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Glossar

Der Antwerpener Schnitzaltar der Nicolaikirche

Er gehört mit zum Besten, was die Antwerpener Schnitz- und Malkunst im frühen 16. Jahrhundert hervorgebracht hat. 500 Jahre (1524-2024) hat er seinen Platz in der Altstädter Nicolaikirche und ist für viele Generationen der Bielefelder und alle Besucher ein Highlight und ein unverzichtbarer Teil der Kirche und der ganzen Stadt: Er erstrahlt zur Weihnachtszeit zwischen den Tannenbäumen, er verbreitet sein mystisches Licht bei den Nachtansichten und beim Stadtfest, und er ziert die Taizéandachten ebenso wie das Erntedankfest.
Festtagsseite - früher nur an Sonn- & Festtagen geöffnet Trotz erheblicher Zerstörungen im II. Weltkrieg blieb der kostbare Altar erhalten, weil man ihn rechtzeitig auslagern konnte. Werktagsseite - früher grundsätzliche Seite, heute nur in der Karwoche

Mysterien & Presziosen

Mit 9 Schreinen im geschnitzten Mittelteil und mit 24 Bildtafeln auf den Innen- und Außenseiten der Flügel erhebt er sich mit 6,44 m in der Breite und mit 4,46 m in der Höhe über dem Altartisch der Nicolaikirche. Auf der Festtagsseite (geöffnete Flügel), wie auf der Werktagsseite (geschlossene Flügel) sind wichtige Themen aus der Kirche des späten Mittelalters dargestellt, wie: das Leben Jesu und Marias, die Passion und die Eucharistie. Dazu kommen Szenen aus den Zyklen der Kreuzeslegenden, die auf Passionsaltären selten zu sehen sind. Insgesamt enthält er weit über 200 Schnitzfiguren.

Es finden sich aber auch Motive der sog. Apokryphen, also der Schriften und Themen, welche keinen Einzug in den Bibelkanon gehalten haben, bzw. teilweise sogar als Häresie verboten wurden. So wird of beispielsweise die Heilige Familie mit der Heiligen Sippe verwechselt. Zur Heiligen Familie gehören aber immer nur 3 Personen, nämlich das Jesuskind mit der Gottesmutter Maria und dem Ziehvater Josef. Doch bereits in den Gründerjahren des Christentums suchten Menschen eine größere Nähe zu Jesus und gaben ihm viele Verwandte bei. Der Antwerpener Schnitzaltar der Nicolaikirche zeigt Die Heilige Sippe mit 17 Personen: Anna, ihre 3 Männer mit den 3 töchtern, die übrigens allesamt den Namen Maria tragen. Auch deren Männer und und Kinder stehen in dem Fach, wie es in der Fachsprache heißt.
Für Interessierte: In der Weltchronik des Hartmann Schedel sind sogar 24 Personen abgebildet. Damit integrierte man auch weitere Pesönlichkeiten und Evangelisten in den engsten Kreis Jesu.

... wird oft verwechselt oder gar nicht idifferenziert:

Die Heilige Familie - links: Jesus, Maria, Josef
und
Die Heilige Sippe - rechts: Marias Mutter Anna mit ihren 3 Männern und deren 3 Töchtern, sowie deren Ehemännern und Kindern ...

Weiteres aus Apokryphen & Heiligenlgenden

Die Heilige Veronika mit dem Schweißtuch
links die Tafel
rechts ein Ausschnitt
Ein Wächter Das Signet der Gilde der Antwerpener Werkstatt Frauenmode

Einige offene Fragen ...

stellen sich allerdings, trotz mancher Hinweise. So haben wir zwar eindeutige eine Stifterfigur, weitere Angaben über die Auftraggeber aber fehlen. Ebenso finden sich Zeichen einer Gilde, welche diese Antwerpener Altäre fertigte, weitere Forschung ist jedoch geboten.
Viele Jahre hatte sich ein Altarverein intensiv um die Historie des Altars und insbesondere Spenden für aufwändigen Sanierungen gekümmert. 2023 fand der Verein jedoch keine neuen Mitglieder mehr und stellte seine Arbeit ein. Dennoch wird mit vereinten Kräften auf das große Jubiläum 2024 hin gearbeitet, um ihm eine gebührende Feier zu seinem 500. Geburtstag zu ermöglichen. Achten Sie also auf Mitteilungen der Press zu diesem großen Event!

Literatur Antwerpener Schnitzaltar

Theodor von Sicard - Der Schnitzaltar der Altstädter Nicolaikirche zu Bielefeld, Bielefeld 1937 (80 Seiten, 53 Bilder) ,
Irmingard von Dreyse, Hans Joachim Falkenberg, Harald Propach - Ev. Altstädter Nicolaikirche Bielefeld, Kleiner Kunstführer München/Zürich 1992 (24 Seiten)

Monika Bachtler, Heinrich Gräfenstein - Der Altar der Altstädter Nicolaikirche in Bielefeld, Bielefeld 1993 (Bildband mit kurzen Texten, 88 Seiten)

Harald Propach - Ein Gutachten von 1855 über den Flügelaltar in der Bielefelder Nicolaikirche in: Ravensberger Blätter 1/2000, S. 15-25

Altar in Aktionen ...

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Altar Ausschnitte

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